Foto: Hannes Heitmüller
Wohnungsbau

Umbau und Sanierung,
Siedlungshaus am Westensee

Das kleine „Hexenhaus“ am Waldrand, wie es im Dorf genannt wurde, bestach bei Kauf durch seine schöne Rotsteinfassade mit den aufwändig gemauerten Dachrändern und den simplen aber eleganten Details. Um diesen Charme nicht zu verfälschen beschlossen wir, die äußere Erscheinung des Gebäudes nur durch leicht veränderte Fensterformate und eine einheitliche Dachdeckung anzupassen. Neue Elemente sollten durch ihre Farbfassung klar erkennbar sein und sich deutlich von den historischen Baumaterialien wie dem Backstein und den Tonziegeln absetzen. Das Dach hingegen wurde mit regionaltypischen Hohlpfannenziegeln wieder aufgebaut und der vermörtelte Dachrand wieder hergestellt. Wo konstruktiv möglich wurde auf den Einsatz von nachhaltigen und natürlichen Baustoffen gesetzt.

Im Innenraum wurde radikal vorgegangen, um einen großzügigen, fließenden Wohnraum herstellen zu können. Das nur 85 qm große, unterkellerte Haus beherbergte vor dem Umbau zwei Wohnungen und ganze 13 Räume. Wo es aus statischer Sicht möglich war, wurden so viele Innenwände wie möglich entfernt. Vom Obergeschoss verblieb während des Umbaus nur der Dachstuhl und die Giebelwände. Nach Neudeckung und Dämmung des Daches entstand ein großzügiger Schlaf- und Arbeitsraum bis in den Dachfirst, der viel Tageslicht durch drei neue Dachflächenfenster erhält. Angrenzend wurde das Badezimmer wiedererrichtet, das sich durch den Blick aus der verglasten Dusche in den Wald auszeichnet.

Im Erdgeschoss entstand ein durchgehender Wohn-Küchen-Raum, in dessen Mitte sich eine hölzerne Insel befindet. Diese intelligente Box beinhaltet neben der alten Treppe auch allerlei Stauraum und eine Sitznische, die mittels zweier Schiebetüren in ein abgeschlossenes Gästezimmer verwandelt werden kann. Alle Raumteile greifen durch die Verwendung eines durchgehenden, gelaugten und geseiften Kiefernholzboden ineinander, was die Großzügigkeit des Erdgeschosses zusätzlich unterstreicht. Die langgezogene Küche wird auch mittels dreier Dachflächenfenster im flachgeneigten Schleppdach mit viel Tageslicht versorgt. Die nach unten verlängerten Fensterausschnitte der Bestandsfenster ermöglichen einen optischen Bezug vom Innenraum zum Garten und sorgen ebenfalls für deutlich mehr Licht im Wohnbereich. Eines der Fenster wurde bis zum Boden heruntergeführt und führt nun auf die großzügige Bestandsterrasse. Um diese aufzuwerten, wurde sie vollständig mit einem Belag aus Lärchenholz versehen, der sich als Sitzbank bis auf die umlaufende alte Backsteinbrüstung erstreckt. Der alte Eingangsvorbau wurde mit einer neuen gedämmten Gebäudehülle aus lackiertem Holz und einem Zinkdach versehen. Im Inneren findet das raumoptimierte Gästebad seinen Platz. Nach Dämmung des Daches und der Kellerdecke bekam das Haus eine Innendämmung aus Calciumsilikat. Zusammen mit den modernen Fenstern erfüllt das Gebäude nun auch aktuelle energetische Anforderungen.

  • Bauherr:
    privat
  • Projektadresse:
    24242 Felde
  • Wohn-/ Nutzfläche:
    Wohnfläche: 85 qm
  • Planungsbeginn:
    2019
  • Fertigstellung:
    2021
  • Leistungsphasen:
    1 - 9
  • Bildnachweis:
    Bilder: Hannes Heitmüller

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