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Landstromanlage
Ostseekai Kiel

An der Nordspitze des Ostseekais haben BSP Architekten für PORT OF KIEL, die Hafengesellschaft der Stadt, das Betriebsgebäude der neuen Landstromanlage realisiert. Was unspektakulär klingt, ist in mehrfacher Hinsicht ein wichtiges Gebäude für Kiel.

Denn einerseits unterstützt es dabei die Kieler Luft erheblich sauberer zu machen: Die Landstromanlage dient dazu, die beachtlichen Strommengen bereitzustellen, mit denen Kreuzfahrer und Fährschiffe während ihres Aufenthalts im Hafen versorgt werden. Dadurch müssen sie ihre Dieselmotoren nicht mehr während der Liegezeiten für die Versorgung des Energiebedarfs laufen lassen, was ihren Schadstoff- und CO2-Ausstoß erheblich reduziert. Andererseits hat das Gebäude, das in prominenter Lage am südlichen Ende der Hafenpromenade Kiellinie liegt, aber aus technischen Gründen vollständig geschlossen ausgebildet werden musste, eine der ungewöhnlichsten Fassaden der Stadt bekommen.

Die Landstromanlage erhielt eine mit diversen Lochungen gestaltete Metallfassade, die mit einer Lichtinstallation von rund 13.000 LED-Punkten hinterlegt ist. Hierüber sind neben einer auf das Lichtkonzept der Stadt Kiel abgestimmten Grundbeleuchtung auch verschiedene Visualisierungen wie zum eingesparten CO2 oder zum Andocken des Schiffes zu sehen. Das Gebäude am Rand der Altstadt ist sowohl von der Kiellinie als auch vom Schlossgarten weithin sichtbar. Der Stromverbrauch für die Lichtinstallation wird über eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Landgangs gedeckt.
Der Gebäudekörper ist teilweise unter den bestehenden Landgang geschoben, sodass er mit diesem und dem Erweiterungsgebäude des Kreuzfahrterminals ein einheitliches Ensemble bildet. Seine technoide Gebäudeform mit gerundeten Ecken haben wir aus der Architektursprache der Kreuzfahrtterminals des Ostseekais entwickelt.
Die Landstromanlage umhüllt eine Reihe von Transformatoren, die zunächst von Hochspannung auf Mittelspannung transformieren und diese dann für die verschiedenen Schiffstypen in unterschiedlichen Frequenzen zur Verfügung stellen. Der Strom wird unterirdisch aus der Anlage über Kabel bis zur Kaikante geführt. Ein Kabelwagen stellt schließlich die Verbindung zu den großen Schiffen mit einem überdimensionalen Stecker her.

  • Bauherr:
    SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG
  • Projektadresse:
    Ostseekai, Kiel
  • Wohn-/ Nutzfläche:
    ca. 600 m²
  • Planungsbeginn:
    2019
  • Fertigstellung:
    2021
  • Baukosten:
    15,2 Mio. €
  • Leistungsphasen:
    1-9
  • Bildnachweis:
    Visualisierung: Datenland, Fotos: BSP Architekten BDA

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