Wohnsiedlung Hockensbüll, Husum

Wohnsiedlung Hockensbüll, Husum

Bauherr Stadt Husum
Projektadresse  
Wohn- / Nutzfläche 60.000 m2
Planungsbeginn  
Fertigstellung  
Baukosten  
Leistungsphasen  

 Die alte Wohnsiedlung an der Schobüller Straße wurde in den 50er Jahren in Schlichtbauweise errichtet. Ausbaustandard und baulicher Zustand von Häusern und Erschließung sind inzwischen stark sanierungsbedürftig.

Da die Wohnungseigentümerin, die GEWOBA Nord Baugenossenschaft eG und die Stadt Husum keine Chance sahen, mit einer Sanierung des Bestandes eine dauerhaft wirtschaftliche Lösung zu realisieren, lobten sie im Jahr 2007 einen beschränkten Wettbewerb zur Entwicklung einer zukunftsweisenden Neuordnung der Siedlung aus.

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Unser Büro gewann dabei den ersten Preis.
Das Bebauungskonzept entwickelt seine gestalterischen und räumlichen Qualitäten aus einer einfachen Struktur aus quadratischen Baufeldern von 30 x 30 m, die jeweils durch ein inneres Kreuz aus Gartenwegen untergliedert und in einem flexiblen Raster angeordnet sind. Diese Felder können mit unterschiedlichen Funktionen und Gebäudeformen zu kleinteiligen Quartieren entwickelt werden. Alle Gebäude auf diesen Baufeldern werden von den umgebenden Straßen erschlossen und orientieren sich mit ihren privaten Bereichen in grüne Innenhöfe.
Die Siedlung gliedert sich in ablesbare Nachbarschaften, die räumlich offen miteinander vernetzt sind. Die einfache Gliederung gewährleistet Übersicht und gute Orientierung. Die Freiflächen können privat als auch öffentlich genutzt werden, es gibt haus-, nachbarschafts- und quartierszugeordnete Außenflächen. Das soziale Bezugsfeld kann stufenweise gefunden und bestimmt werden.

Durch das klare und verdichtete Prinzip soll den vielfach üblichen „Wildschweinsiedlungen“ ein Alternativmodell gegenübergestellt werden, das bei geringerem Flächenverbrauch höherwertige Freiflächen und geschütztere Privatbereiche ermöglicht.
Die Bodenversiegelung wird durch die minimierten befestigen Straßenquerschnitte auf ein Mindestmaß reduziert. Die günstige Ausrichtung der Häuser nach Südsüdosten oder Westsüdwesten ermöglicht den Einsatz von Solarpaneelen oder Solarthermie-Elementen in den Fassaden der Staffelgeschosse und auf zahlreichen Schuppendächern. Die Pultdächer werden zugunsten der solaren Gewinne durch größere Fenster im Staffelgeschoss nach Norden geneigt.

Durch die großen zusammenhängenden Freiflächen sind Erdwärmepumpen ohne Tiefbohrungen wenig aufwendig, so dass eine primärenergie schonende Energieversorgung der Häuser realisiert werden kann.