Wohnbebauung Eberswalde

Wohnbebauung Eberswalde

Bauherr WHG Wohnungsbau- und Hausverwaltungs GmbH
Projektadresse Friedrich-Ebert-Straße, Eberswalde
Wohn- / Nutzfläche ca. 9.000 m2
Planungsbeginn  
Fertigstellung  
Baukosten  
Leistungsphasen  

Grundidee des Entwurfes ist es, die in der Umgebung des Wettbewerbsgebietes dominierende Blockstruktur städtebaulich zu transformieren und in einer neuen Maßstäblichkeit fortzuführen, die das verbindende Element für die heterogenen Baustrukturen des Ortes bildet. Dazu wird das Wettbewerbsgelände mit vier Feldern strukturiert, ein fünftes Feld bildet das Grundstück der Peter und Paul-Kirche, das städtebaulich eng in die Gesamtstruktur eingebunden wird. Die drei nördlichen Felder werden bis an ihre Ränder bebaut, die zwei südlichen stellen die aufgelockerte Bestandsbebauung mit einer gestalteten grünen Umgebung in einen neuen Zusammenhang.

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Zwischen diesen fünf Feldern spannt sich ein Wegenetz, das vielfältige Durchwegungen des Quartiers für Fußgänger und Radfahrer ermöglicht und, mit Ausnahme der Randbereiche zur Puschkin- und Schicklerstraße, autofrei bleibt.Die einzelnen Gebäudeblocks sind durch schmale Gassen voneinander getrennt, bilden an der Friedrich-Ebert-Straße aber im Zusammenhang eine ruhige, gelassene und sehr städtische Geste. Die Hauseingänge der Wohnhäuser sind durch leicht trichterförmige Einzüge in der ansonsten außenbündig durchlaufenden Schaufensterebene der Ladenzone deutlich ablesbar und unterstützen eine einfache Adressbildung. Da die meisten Treppenhäuser der Wohnungen über die Gassen erschlossen werden, bleibt die Zahl der Hauseingänge in der Friedrich-Ebert-Straße überschaubar und es entstehen große, zusammenhängende und gut teilbare Gewerbeeinheiten.Während die Wohn- und Geschäftsbebauung an der Friedrich-Ebert-Straße viergeschossig mit einem höheren Ladengeschoss eine starke städtische Präsenz zeigt und sich harmonisch in die benachbarte und gegenüberliegende Bebauung einfügt, wird die Gebäudehöhe nach Süden hin um ein Geschoss reduziert. Die hintere Raumkante nimmt einen unregelmäßigen, mehrfach abknickenden Verlauf, so dass der Blockinnenbereich, der ausschließlich dem Wohnen dient, deutlich kleinmaßstäblicher wirkt.
Die Erschließung des Quartiers verläuft für PKW über die Puschkinstraße; auch der Lieferverkehr für die größte Gewerbeeinheit wird über diese Seite abgewickelt. Für Fahrräder und Fußgänger ist das Quartier zu allen Seiten vernetzt und gut erreichbar; eine zusätzliche Option wäre die Fortführung eines Fußweges im Inneren des Gesamtblockes über das Kirchengrundstück zur Hochschule für Nachhaltige Entwicklung. Die wichtige Nord-Süd-Querung von der Friedrich-Ebert-Straße zum Bürgerzentrum ist über die Gassen auf verschiedenen Wegen möglich.
Während der grüne Hof zwischen der neuen Bebauung und den Bestandsgebäuden mit seinen Spiel- und Erholungsflächen allen Bewohnern des Quartiers gemeinsam dient, sind die neuen Wohngebäude um private Gartenhöfe herum organisiert, die nur den jeweiligen Hausbewohnern zugänglich sind. Die unteren, etwas größeren Wohnungen sind direkt über diese Gartenhöfe zugänglich; die Wohnungen der Obergeschosse bekommen über die Treppenhäuser Zugänge zu diesen Höfen.
Die Treppenhäuser aller Gebäude werden über die öffentlichen Straßen und Gassen erschlossen. Die Häuser an der Friedrich-Ebert-Straße sind als Dreispänner organisiert, die Häuser an den neuen Gassen besitzen Laubengänge. Die unteren Geschosse und die Gartenhöfe dieser Häuser liegen gegenüber der Friedrich-Ebert-Straße um ca. 75 cm erhöht. Da der Gemeinschaftshof und die Gassen gegenüber den neuen Gebäuden gleichzeitig um ca. 60 cm abgesenkt sind, entsteht auch für die Erdgeschosswohnungen eine ausreichende soziale Distanz zum öffentlichen Raum.
Die Stellplätze für die große Gewerbeeinheit im westlichsten Gebäudeblock liegen ebenerdig im Gebäude, die übrigen Gewerbestellplätze und alle Stellplätze für die neuen Wohnungen sind in einer Tiefgarage untergebracht. Die Abfahrt für diese Tiefgarage liegt im Platzbereich an der Puschkinstraße, so dass die ruhige Südseite der Wohngebäude durch den Zielverkehr kaum beeinträchtigt wird. Die Verfasser sind davon überzeugt, dass eine Bebauung des Quartiers im hier geplanten Umfang nur mit hoher Aufenthaltsqualität auch in den Außenanlagen eine dauerhaft befriedigende Lösung darstellt. Dies schließt die oberirdische Unterbringung einer derart großen Zahl von PKW im Quartier aus. Die Stellplätze für die bestehende Bebauung werden im Hausnahbereich oberirdisch an der Puschkinstraße angeordnet.