Kirchenkreisverwaltung Meldorf

Kirchenkreisverwaltung Meldorf

Bauherr Kirchenkreis Süderdithmarschen
Projektadresse  Nordermarkt 8, Meldorf
Wohn- / Nutzfläche 1.900 m2
Planungsbeginn 2004
Fertigstellung 2005
Baukosten 2,3 Mio. Euro 
Leistungsphasen 1 – 9

Das zukünftige Haus der Kirche wurde 1983 an prominenter Stelle gegenüber dem Dom als Kaufhaus errichtet. Der Kirchenkreis Süderdithmarschen erwarb es 1999, um hier seine gesamten kirchlichen Dienste und das Rentamt zusammenzufassen. Für den notwendigen Umbau wurde im Jahr 2003 ein beschränkter Wettbewerb ausgelobt, bei dem unser Büro den 1. Preis errang. Bis Mai 2005 wird das Bauvorhaben umgesetzt sein.

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Das Gebäude war als zweigeschossiger Stahlbetonskelettbau errichtet worden. Der fast quadratische Grundriss mit einer Seitenlänge von ca. 28,0 m ist weitgehend freitragend, die Geschossdecken werden von nur sechs Stützen getragen. Das Haus fügte sich vor dem Umbau weder in Material noch in Gestaltung in die Meldorfer Altstadt ein. Daher organisieren wir es nicht nur funktional, sondern auch architektonisch vollkommen neu: Um die Büros des vorher weitgehend fensterlosen und sehr tiefen Gebäudes angemessen belichten zu können, schneiden wir an der Rückseite einen ca. 12,0 m tiefen und ca. 6,0 m breiten Lichthof ins Gebäude. Die Fassaden erhalten eine klare Fensterteilung mit stehenden Formaten und die Dachlandschaft, die sich vorher ungestaltet aus einer Vielzahl von Satteldachformen zu einem unklaren und unproportionierten Gebilde zusammensetzte, wird durch drei zueinander parallel liegende Dächer beruhigt. Die Brandwand auf der Südseite und eine Arkade auf der Nordseite bleiben in ihrem Bestand unberührt. Das ursprüngliche Verblendmauerwerk bleibt erhalten. Um die notwendigen Nachbesserungen und Eingriffe zu überspielen, wird das Außenmauerwerk nach Abschluss der Arbeiten in einem hellen Ton geschlämmt. Die Fassadenflächen im Lichthof werden in Farbe und Material konträr zu den bestehenden Fassaden gestaltet.Für die neue Nutzung wird das Gebäude vollständig entkernt, erhalten bleibt nur das Treppenhaus. Der neue Ausbau erfolgt größtenteils in Leichtbauweise, um flexibel auf zukünftige Nutzungsänderungen reagieren zu können. Die bestehende Haustechnik wird durch eine zeitgemäße und wirtschaftliche Technik ersetzt, die den ökologischen Ansprüchen der nordelbischen Kirche gerecht wird.