Ausbildungswerkstatt Flensburg

Ausbildungswerkstatt Flensburg

Bauherr Bundesrepublik Deutschland
vertreten durch GMSH Flensburg
Projektadresse  
Wohn- / Nutzfläche 870 m2
Planungsbeginn 2005
Fertigstellung 2006
Baukosten 1,6 Mio. Euro 
Leistungsphasen  

Die Morsehalle ist Teil der Schule für Strategische Aufklärung der Bundeswehr in Flensburg Mürwik. Sie wurde zwischen 1905 und 1908 erbaut und ist als einfaches Kulturdenkmal eingetragen. Das ca. 215 m lange und 20 m breite Gebäude aus rotem Ziegel-Sichtmauerwerk besitzt ein eternitgedecktes Satteldach auf einer Stahl- bzw. Holzfachwerk-Konstruktion. Die Fassade ist durch Mauerwerkspfeiler in ca. 5 m breite Joche gegliedert, die ursprünglich je ein großes hölzernes Rundbogenfenster aufwiesen. Ein Teil dieser Fenster ist zwischenzeitlich vermauert oder in Tore umgewandelt worden, die übrigen zeigen annähernd den Originalzustand.

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Innen wurde die ursprünglich vollkommen leere Halle inzwischen mehrfach unterteilt und als Lager und Fahrzeughalle genutzt. In ihrem Nordteil wird zukünftig ein Wirtschafts- und Betreuungsgebäude untergebracht, der Südteil wird zu einer Ausbildungswerkstatt der Fernmeldeschule umgebaut. Dazu wird der bisher offene Grundriss durch Wände unterteilt; in einem Teil der Halle wird eine zweite Ebene eingezogen. Der Grundriss wird in drei Zonen gegliedert: an der Eingangsseite liegen Unterrichtsräume und die Erschließung, in der Mitte die Nebenräume, und der hintere Bereich nimmt die Werkstätten auf. Da diese nur durch Glaswände voneinander abgeteilt werden und wie die Unterrichtsräume die volle Hallenhöhe einnehmen, bleibt in diesem Kernbereich die der Halle eigene großzügige und weitläufige Wirkung erhalten.

Ein differenziertes Farbkonzept mit teilweise kräftig farbigen Flurwänden unterstützt die räumliche Wirkung und die klare Zonierung. Die Fassaden werden behutsam an die neue Nutzung angepasst: so werden die Brüstungen der hochliegenden alten Holzfenster heruntergeschnitten und die neuen großzügigen Öffnungen mit feingliedrigen Stahlfenstern versehen. Um weitere Eingriffe in die äußere Gestaltung zu vermeiden, erhalten die Außenwände auf einer neuen tragenden Bodenplatte eine Innenschale aus KS-Mauerwerk, die die neuen Lasten aufnimmt, sowie eine Kerndämmung.