Wohnen und Arbeiten im Anscharpark

Die als Marine Garnisonslazarett gebaute Anlage wird 2004 nach fast 100 Jahren medizinischer Nutzung als Klinik aufgegeben; über Jahre wurde nach einer neuen Nutzung gesucht. Da bereits einige Gebäude seit längerem leer stehen, sind deutliche Spuren des Verfalls ablesbar.
Die heute noch erkennbare streng geordnete Wegeführung in der parkartigen, baumbestandenen Grünanlage mit ihrer Pavillonbebauung sind ein für Kiel herausragendes Zeugnis eines hohen gestalterischen Anspruchs an Architektur und Freiraum.

Bereits zu Beginn unserer Beschäftigung mit dem Gebiet entwickelten wir die Vision einer kombinierten Wohn-, Kultur- und Gewerbenutzung in den alten Gebäuden und einer behutsamen Nachverdichtung. Aufgrund unserer Bemühungen fanden wir in der CONPLAN Betriebs- und Projektberatungs GmbH einen Partner, der wie wir davon überzeugt war, mit neuen Nutzungskonzepten im Anscharpark ein attraktives und wirtschaftliches Projekt gestal-ten zu können. Mit einem gemeinsam weiterentwickelten Bebauungskonzept und einer verträglichen Mischung verschiedener Nutzungen aus Wohnen und Arbeiten konnte die Eigentümerin, die LEG Schleswig-Holstein, überzeugt werden, unserem Team das Gelände für die weitere Entwicklung an die Hand zu geben.
Die Umsetzung der Konzeption und deren weitere Ausgestaltung wird über Baugemeinschaften organisiert, die Gebäude gemeinsam erwerben und entwickeln. Hierdurch bilden die Bewohner und Nutzer von Beginn an gemeinschaftliche und nachbarschaftliche Strukturen, die einen hohen Wohn- und Nutzwert, stabile Nachbarschaften und eine enge Identifikation mit dem Quartier erwarten lassen.

Unser Anspruch ist es, die Eigenheiten und die Schönheit der einzelnen Gebäude sowie des ganzen Ensembles wieder herauszuarbeiten, und sie durch zeitgemäße Nutzungen wieder mit Leben zu erfüllen. Dabei sollen die unterschiedlichsten Konzepte von Loftwohnungen und –büros über Maisonetten bis zu klassischen Geschoss-wohnformen verwirklicht werden, um möglichst verschie-denen Nutzern gerecht werden zu können.

Um die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes zu verbessern und auch die Belange des von der Stadt Kiel aufgestellten Rahmenplanes für das „Marinequartier Wik“ zu erfüllen, werden die alten Gebäude um einige neue ergänzt. Diese sollen die hohe gestalterische Qualität im Gebiet fortführen und sich in ihrer Größe in den Bestand einpassen, aber sich durchaus selbstbewusst als Bauten des 21. Jahrhunderts darstellen. In ihnen können leichter auch besondere Wohn-nutzungen beispielsweise für Senioren, Gruppen oder Behinderte verwirklicht werden, die in den Altbauten häufig eine Überforderung der Substanz bedeuten würden.

Die Wohnungs-, Büro- und Praxisnutzungen sollen durch kulturelle und gastronomische Nutzungen ergänzt werden, so dass ein stimmiges Quartier entsteht, das die Keimzelle für das neue Marinequartier bildet.

Entwicklung durch Bock, Schulz und Partner und der Conplan
38.000 m²
13.000 m²
50 bis 150 m²
2.100 Euro/m²